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Familie der Kameliden
Zu den Kameliden gehören grob gesagt drei uns bekannte Formen: Die Lamas, die Dromedare und die Trampeltiere. Letztere sind mit zwei Höckern versehen und bei uns in der Umgangssprache als Kamel bekannt. Unter die Familie der Kameliden gehören jedoch auch die Dromedare mit einem Höcker und die Lamas, die wiederum in 4 verschiedene Untergruppen aufgeteilt werden. Als kleine Übersicht soll folgende Grafik dienen:

Geschichte
Vor über 45 Millionen Jahren entwickelte sich in Nordamerika aus den Paarhufern der Vorgänger der Kamele und der Lamas. Vor etwas 3 Millionen Jahren wanderte ein Teil dieser Gruppe über die Landbrücke von Sibirien und Alaska nach Asien aus. Aus dieser Gruppe entstanden die sogenannten Altweltkameliden. Eine weitere Gruppe wanderte südlich nach Südamerika und entwickelte sich zu den sogenannten Neuweltkameliden.
Neuweltkameliden
Nur kurz erwähnt werden sollen hier die Neuweltkameliden. Das Lama wird vorwiegend als Lastenträger und Fleischlieferant gezüchtet, wird bis zu 1.2 m gross, wiegt zwischen 120 - 200 kg und erfreut sich auch in Europa grosser Beliebtheit. Die Alpakas werden vor allem dank Ihrer starken Behaarung an Kopf, Beinen und Rumpf als Wolllieferant genutzt. Sie sind etwas kleiner als Lamas und wiegen etwa 60-70 kg.
Die Wolle der Vicuñas ist wegen ihrer hohen Qualität bekannt, es wird in Südamerika in Reservaten gehalten. Das Guanaco ist das am weit verbreitete Lama in Südamerika. Etwa eine halbe Million Tiere leben in Reservaten und auf Bauernhöfen.Anders als die Altweltkameliden müssen die Neuweltkameliden täglich frisches Wasser zu sich nehmen.
Altweltkameliden
Wie schon erwähnt gehören zu den Altweltkameliden die Dromedare und die Trampeltiere. Sie gehören zu der Familie der Paarhufern, d.h. sie haben einen zweigeteilten Huf. Ihre Art gehört zu den Schwielensohler. Dies bedeutet, dass sie an jedem Fuss nur zwei Zehen haben. Nicht Hufschalen, sondern Nägel schützen die Vorderkante des Hufs. Trampeltiere und Dromedare gehen im Pass-Schritt. Anders als z.B. das Pferd schreiten Sie mit dem rechten Vorder- und Hinterbein gleichzeitig. Früher wurden sie vor allem als Transportmittel gebraucht. Ihre etwas schwankende Gangart hat ihnen auch die Bezeichnung "Wüstenschiff" eingebracht. Man unterscheidet zwei Arten:
Trampeltier
Das Trampeltier, bei uns auch als Kamel bezeichnet, ist etwas kleiner als das Dromedar und hat zwei Höcker auf dem Rücken. Es hält sich in kälteren Gebieten auf als das Dromedar und ist vor allem in Asien anzutreffen, oft auch in Gebieten, wo die Temperaturen bis -30 oC sinken können. Ihre Hufe sind viel breiter als die der Dromedare, deswegen auch der Name Trampeltier. Bedingt durch die Kälte bilden die Tiere eine wollige Behaarung, nicht unähnlich der Schafe, oft wird diese auch von den Menschen genutzt. Ansonsten wird es als Lasttier genutzt.
Dromedar
Anders als das Trampeltier erträgt das Dromedar grosse Hitze, weswegen man es auch ausschliesslich in Arabien, im mittleren Osten und in Nordafrika antrifft. Es erträgt grosse Temperaturschwankungen und seine Körperhöhe beträgt bis zu 2.30 m. Schwerer als das Trampeltier kann ein ausgewachsenes Tier bis zu einer Tonne wiegen. Es hat nur einen Höcker auf dem Rücken und ist daher sehr leicht vom Trampeltier zu unterscheiden. Reitdromerdare können bis zu 80km pro Tag zurücklegen. Lastdromedare tragen bis 150kg Lasten und können im Tag etwa 50km zurücklegen. Auf kürzeren Strecken können sie sogar Lasten bis zu 400kg befördern.
Die Vorratskammer
Ohne Wasser zu trinken können Trampeltiere und Dromedar mehrere Tage, manchmal sogar bis mehrere Wochen in der Wüste ausharren. Schon bei einer weiten Entfernung können die Tiere Wasser riechen und einmal an einem Wasserloch angekommen können sie ohne weiteres in sehr kurzer Zeit 100-150 Liter Wasser trinken. Die langjährige Annahme, seine Höcker seien ein Wassertank ist falsch. In ihnen wird Fett gespeichert, welches bei einer Nahrungsknappheit als Energiereserve dienen kann. Bis zu 40 kg Fett können die Tiere in ihren Höckern auf dem Rücken tragen. Der Wasserhaushalt ist speziell geregelt, das Wasser wird nicht - wie bei den Menschen - nur aus dem Blut gewonnen, sondern gleichmässig aus allen Körperflüssigkeiten entnommen. So können sie bis zu 40% ihres Körperwassers verlieren, ohne dabei zu Schaden zu kommen. Beim Menschen wären 10% Verlust schon sehr gefährlich.
Lieferant, Freund und Helfer
Nur noch wenige tausend Kamele leben in freier Wildbahn. Vom Menschen werden sie vor allem als Transportmittel und als Lieferant von Wolle, Milch und Fleisch genutzt. Sogar der Kot der Tiere kann als hochwertiges Brennmaterial verwertet werden. Mit dem langsamen Aussterben der Nomaden fängt auch die automatische Reduktion der Wüstentiere an. Derzeit leben noch ca. 14 Millionen Tiere. Forscher versuchen jetzt, in eigens angelegten Naturschutzgebieten, Kamele wieder wild auszusetzen. Der Erfolg wird die Zukunft weisen.
